Germanische
& Wikinger
Götter & Daimonen
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Geister / Feen
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Lebenskräfte / Elfen
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Götter
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Totenreich
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Teufel
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Unterwelt
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Daimonen
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Chaos / Schöpfer /Nichts
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Aegir (Hler
altnordisch für Meer): Nordgermanischer Meerriese
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Alp (nordisch alfr):
halb göttliche, halb zwergenhafte Wesen
-
Andvari:
Fischgestaltiger Zwerg
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Angrboda:
Daimonische Riesin
-
Asen:
Germanisches Göttergeschlecht
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Balder (altisländisch Baldr, neuisländisch
Baldur): Schöner, tapfer und milder Gott, Sohn
Odins und der Frigg
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Bestla:
Tochter des Riesen Bolthorn
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Bor(r): Sohn von
Buri
-
Bragi: Der
Vornehmste
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Buri (Bur): Urwesen
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Dag (Dagr): Der Tag
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Delling (Dellingr) Morgenstern
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Disen (altnordisch Disir, althochdeutsch
Idisi):
Göttergruppe
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Fafnir: Umfasser
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Fenrir: Der Wolf Fenrir
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Fjörgyn: Mutter Thors
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Fornjotr: Urriese
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Forseti: Vorsitzer
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Freya (altnordisch „Herrin“, „Frau“): Göttin
der Liebe und Fruchtbarkeit
-
Freyr (altnordisch „Herr“): Gott des Wachstums,
der Ernte und des friedlichen Gedeihens.
- Frigg (Frija, Frea): Geliebte Gattin
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Fylgien (Fylgir, Fylgjur): Schutzgeister
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Garm: Hund
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Gefjon: Geberin
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Gullveig: Zauberfrau
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Hati: Hasser
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Heimdall: Der Hellleuchtende
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Hel (gotisch halja, althochdeutsch hella):
Unterwelt, Hölle
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Hermod(u)r: vergöttlichter Held
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Höd(u)r: Sohn Odins
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Hönir:
Geber des Verstandes und der Gefühle
-
Hraesvelgr: Leichenfresser
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Hymir: Riese
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Idun: die Erneuernde, Verjüngende
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Jörd: altisländisch Erde
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Jötun: die früh Geborene
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Kvasir: Personifikation eines Gertrankes
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Edur: Erschaffer der Menschen
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Loki: der Luftige
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Magni und Modi: der Starke und
der Zornige
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Mani: Mondgott
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Midgardschlange
- Mimir: Quelldaimon
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Nidhöggr: Neiddrache
-
Njörd: Gebieter über Wind,
Meer und Feuer
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Nornen: die Raunenden
- Nott: Nacht
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Odin (niederdeutsch Wodan, oberdeutsch Wuitan):
Oberste der Asen
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Ostara / Estora: Die
Personifikation der aufsteigenden Sonne
-
Ran: Räuberin
-
Sigyn: Gemahlin des Loki
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Sol: Sonne
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Surtr: der Schwarze
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Thiassi (Thjazi): Riese
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Thor (Thunar, Donar): Gewitter
und Fruchtbarkeitsgott
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Thursen: Daimonische Wesen
-
Tyr (Tiwaz, Tiw, Ziu): Kriegs- und Richtergott
-
Ull(r) (Wulthus): Der Herrliche
-
Utgard-Lok: Daimonscher Riese
-
Vali: Der Rächer
-
Vanen (Wanen, Vanir):
Fruchbarkeitsgottheiten
-
Vidar: Rachegott „Der weithin
Herrschende“
-
Vili und Ve (Wili und We): Wille
und Heiligkeit
-
Vor (Wara): Die Vorsichtige
-
Walküren (Valkyrja):
Totenwählerin
-
Ymir: Urstoff der Welt
Aegir (Hler
altnordisch für Meer): Nordgermanischer Meerriese

Gatte der Ran. Bei einem Gelage für die Asen ließ er leuchtendes Gold in die
Hallen tragen, so dass diese wie von einem Feuer erhellt wurden. Das Gold
versuchte man als das Leuchten des windstillen Meeres zu interpretieren. Die
Wellen des Meeres werden in der altnordischen Dichtung als Aegirstöchter
umschrieben.
Alp (nordisch alfr):
halb göttliche, halb zwergenhafte Wesen

Man dachte sich die Alben in der Rolle von Fruchtbarkeitsmächten und
Schutzgeistern, manchmal erinnern sie an Totenseelen. Später wurden si als
daimonische Wesen aufgefasst, die den Alpdruck und Krankheiten verursachen. Der
Albdruck (Angsterlebnis im Schlaf mit schreckhftem Aufwachen) kann als Bedrohung
durch einen Daimon verstanden werden. In der Edda wird unterschieden zwischen
den bei den Göttern wohnenden Lichtalben (liosalfar) und den unter der
Erde hausenden Dunkelalben (döckalfar); die Schwarzalben (svartalfar)
werden den Zwergen gleichgesetzt. Den Alben entsprechen im bayerisch-österreichischen
Raum den Druden. Es sei noch an den Zwergengott Alberich (Tarnkappe, Kraftgürtel)
der Nibelungensage erinnert.
Andvari:
Fischgestaltiger Zwerg

Der Gott Loki fängt ihn und lässt ihn gegen die Übergabe seines Goldschatzes
und des zaubermächtigen Ringes Andvarananaut wieder frei. Der gekränkte Zwerg
belegt den Ring mit einem Fluch, der bei Fafnir und dem Helden Sigurd wirksam
wird.
Angrboda:
Daimonische Riesin 
In der Edda eine daimonische Riesin, die mit Loki drei Ungeheuer zeugt: den
Fenrir, die Midgardschlange und die Todesgöttin Hel. Der kennzeichnende Name
der Riesin bedeutet „Sorgenbringerin“.
Asen:
Germanisches Göttergeschlecht

Die Asen leben in Asgard. Der Namen wird von altnordisch ass
(„Pfahl“, „Balken“) abgeleitet und könnte darauf schließen lassen,
dass die älteste Darstellung dieser Götter geschnitzt Pfähle waren. An der
Spitze der Asen steht Odin, weiter gehören zu ihnen Thor, Tyr, Baldr, Heimdall
und die Göttinnen Frigg, Nanna und Sif. Die Grenzziehung zu dem anderen
germanischen Göttergeschlecht (Vanen) ist nicht einheitlich. Beim Weltuntergang
(Ragnarök) werden die Asen von den daimonischen Riesen getötet; Odins Söhne
Vali und Vidar gehören zu den überlebenden Göttern.
Balder (altisländisch
Baldr, neuisländisch Baldur): Schöner, tapfer und milder Gott, Sohn
Odins und der Frigg 
Nordgermanischer Gott; nach der Edda ist er schön, tapfer und milde und von glänzendem
Aussehen; sein Wohnsitz ist Breidablik („Breitglanz“), der schönste Palast
im Götterhimmel. Er ist Sohn Odins und der Frigg und der gute Gegenspieler des
bösen Loki, der den blinden Hödur einen Mistelzweig auf Balder schießen lässt
und ihn so tötet. Ein Versuch, Balder aus dem Reich Hel zurückzuholen, bleibt
erfolglos.
Bestla:
Tochter des Riesen Bolthorn

Nach der Edda die Tochter des Riesen Bolthorn und Mutter des Gottes Odin. Der
Name Bestla wird gedeutet entweder als „Bastspenderin“ (und damit im
Zusammenhang als Eibengöttin) oder als „Baumrinde“; damit wäre Odin der
aus einem Baum Geborene.
Bor(r): Sohn
von Buri 
Im germanischen Mythos der Sohn von Buri und Vater der Götter Odin, Vili und Ve.
Im Kult spielte er gar keine Rolle.
Bragi: Der
Vornehmste 
Nordgermanischer Gott der Dichtkunst, aber erst in späten Texten erwähnt, so
dass schon vermutet wurde, es handle sich um einen historisch bezeugten Skalden
gleichen Namens, der in den Mythos übernommen wurde.
Buri (Bur):
Urwesen 
Mythisches Urwesen der Germanen, der erste Mensch und zugleich der Stammvater
der Götter. Er kam aus dem salzigen Eisblock hervor, als die Urkuh Audhumla
daran leckte. Ein Sohn ist Bor.
Dag (Dagr):
Der Tag 
In der germanischen Mythologie der Sohn des Delling und der Nott (Nacht). Mit
einem von dem Hengst Skinfaxi („Leuchtmähne“) gezogenen Wagen umfährt er
die Erde.
Delling (Dellingr):
Morgenstern 
Er ist der Gemahl der Nott (Nacht), mit der er den Dag Tag zeugt.
Disen (altnordisch
Disir, althochdeutsch Idisi): Göttergruppe

Kollektivbezeichnung für germanische Fruchtbarkeits- und Schicksalsmächte in
weiblicher Gestalt. An Vegetationsgottheiten erinnert das im Herbst vollzogene
Disenopfer (disablot). Weiter galten die Göttinnen als Geburtshelfer, in
dieser Funktion trägt Freya den Manen „Dis der Vanen“ (Vanadis). Bei den
Westgermanen übernahmen die Idisen die Rolle von Schicksalsfrauen und
Kampfgottheiten (so auch imk 1. Merseburger Zauberspruch): In der Edda werden
Walküren und Nornen auch als Disen bezeichnet.
Fafnir:
Umfasser 
In der germanischen Mythologie daimonischen Wesen, das seinen Vater erschlug und
als Drache einen großen Goldschatz (Nibelungenhort) bewacht, bis es von Sigurd
(Siegfried) getötet wurde.
Fenrir:
Der Wolf Fenrir 
Wolfsgestaltiger Daimon der nordischen Mythologie, Sohn von Loki und der Riesin
Angrboda; seine Geschwister sind die Midgardschlange und die
Unterweltsherrscherin Hel. Als sich die Asen vor Fenrir zu fürchten begannen,
fesselten sie ihn mit der unzerreißbaren Schnur Gleipnir; dabei verlor der Gott
Tyr seine Hand, die er zur Täuschung des Untiers in dessen Rachen gelegt hatte.
Beim Weltuntergang reißt sich der Wolf los und tötet Odin.
Fjörgyn:
Mutter Thors 
In der Völuspa erscheint sie als Mutter Thors; von einem Kult ist nichts
bekannt. Nach der etymologischen Deutung des Namen könnte sie eine Berg- oder
Waldgottheit sein, wahrscheinlich hat sie die Funktion einer Fruchtbarkeitsgöttin.
Fornjotr:
Urriese 
Ahnherr der Reifriesen, nach einer Überlieferung Vater der Riesen Hler, Logi
und Kari, die über Meer, Feur und Wind gebieten.
Forseti:
Vorsitzer 
Nach der Snorra-Edda ist er ein Sohn Balders, wohnt in dem glänzenden Saal
Glitnir und spricht Menschen und Göttern Recht.
Freya (altnordisch
„Herrin“, „Frau“): Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit

Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit; zu ihren Funktionen gehört auch die der
Geburtshilfe. Ihre Atttribute sind die Halskette Brisingamen, ein Falkengewand
und ein von Katzen gezogener Wagen; als Reittier benützt sie den golborstigen
Eber Hildeswin. Als Tochter des Njörd ghört sie dem Geschlecht der Vanen an,
kommt aber später zu den Asen, lehrt diese ein Zauberverfahren und wird Gattin
von Od (Nebelform von Odin); als sie ihn verliert, weint sie ihm goldene Tränen
nach.
Freyr (altnordisch
„Herr“): Gott des Wachstums, der Ernte und des friedlichen
Gedeihens. 
Freyr ist den Vanen zugehörig, Sohn Njörds und Bruder der Freya. In einem
Tempel zu Alt-Uppsala war der Gott unter seinem Aspekt der Fruchtbarkeit
dargestellt.
Frigg (Frija, Frea):
Geliebte Gattin 
Germanische Göttin, die einerseits von starker Sinnlichkeit ist, bei der
andererseits aber doch das mütterliche Prinzip überwiegt. Ihr Name wird als
Geliebte wie auch als Gattin übersetzt. Sie ist Beschützerin des Lebens und
hat an ihres Gatten Odin Weisheit teil. Der Wochentagsname dies Veneris (
Tag der Venus) wurde von den Germanen als Tag der Frija (Freitag) übernommen.
Fylgien (Fylgir,
Fylgjur): Schutzgeister

An einzelne Personen gebundene Schutzgeister, die sich in Tier- oder
Frauengestalt zeigen können, aber nur im Traum oder von sehr begabten Menschen
wahrgenommen werden. Beim Tod verlassen sie den Menschen und werden zu selbständigen
Wesen.
Garm: Hund

Mythischer Hund, der beim Ausbruch des Weltunterganges (Ragnarök) vor einer Höhle
bellt und in der Letzten Schlacht mit dem Gott Tyr kämpft.
Gefjon:
Geberin 
Aus dem Geschlecht der Asen. Sie ist eine Göttin des Glücks und des Segens.
Gullveig: Zauberfrau

Zu dem nordischen Göttergeschlecht der Vanen gehörende Zauberfrau; eigentlich
mehr daimonischen Charakters. Durch Gullveig kam die Gier nach Gold in die Welt,
ein Verlangen, dem auch die Asen erlangen. Letztere haben Gullveig dreimal ohne
Erfolg verbrant.
Hati:
Hasser 
Sohn des Fenrir und der Riesin Gyge. Hati hat auch den Namen Managarm
(Mondhund); er verfolgt ständig den Mond, bis er ihn schließlich im Ragnarök
verschlingen kann.
Heimdall:
Der Hellleuchtende 
Germanischer Gott in der Form eines Himmelswächters; seine Wohnung heißt
Himibjörg (Himmelsberg). Er ist der Sohn von neun Riesenmädchen. Man
vergleicht des Gottes Namen auch mit einem poetischen Word für Widder (heimdali)
und folgert einen Widdergott als Mittelpunkt. Nach einer Stelle der Völuspa
wollte man in ihm den Stammvater der Menschen blicken. Als „Wächter der Götter“
steht Heimdall an der Brücke Bifröst (Milchstrasse?) und kündigt durch Blasen
auf dem Gjallarhorn den Beginn der Ragnarök an. Die Verbindung des Horns mit
dem Weltenbaum führte auch zu einer Deutung Heimdalls als Personifikation der axis
mundi.
Hel (gotisch halja,
althochdeutsch hella): Unterwelt, Hölle

Name der Unterwelt und seiner Herrscherin in der germanischen Mythologie. Hel
ist die Tochter Lokis und der Riesin Angrboda; als Schwester von Fenrir und der
Midgardschlange hat sie daimonischen Charakter. Hel hat Anspruch darauf, über
alle auf dem Lande nichtkriegerisch Gestorbene zu herrschen. Auch Götter müssen
de „Helweg“ reiten, so Balder nach seinem frühen Tod.
Hermod(u)r:
vergöttlichter Held 
Nach der Ermordung Balders reitet er als Götterbote zur Hel, um die Möglichkeit
von Balders Rückkehr aus der Unterwelt zu erkunden. Hermod ist wahrscheinlich
mit dem Daimonenkönig Heremod in der Beowulf-Saga identisch.
Höd(u)r:
Sohn Odins 
Obwohl sein Name Streit, Kampf bedeutet, lässt nichts auf kriegerische Züge
schließen. Im Mythos ist Hödr blind; er beurteilt die Menschen nicht nach ihrem
äußeren Erscheinung, sondern nach ihrem inneren Wert. Auf Anstiften des heimtückischen
Loki tötet er unwissentlich seinen Bruder Balder. Er selbst wird schließlich
von Balders Rächer Vali erschlagen.
Hönir:
Geber des Verstandes und der Gefühle


Zusammen mit Odin und Lodur bei der Anthropogpnie beteiligt, Odin gab den ersten
Menschen das Leben, Lodur die Sprache, das Gesicht und das Gehör, Hönir
verdanken sie Verstand und Gefühl. Von Hönir heißt es, dass er der schnellste
Läufer und der beste Jäger sei.
Hraesvelgr:
Leichenfresser 
Ein riesenhafter, in einem Text auch den Riesen zugerechneter Adler, der am Ende
der Welt sitzt und durch dessen Flügelschlag der Wind entsteht.
Hymir:
Riese
Er wohnt am Rand des Himmels wohnt und einen großen Metkessel besitzt. Seine
Hausgenossin ist die Mutter des Gottes Tyr, der zusammen mit Thor den Metkessel
ausborgen will.
Idun: die
Erneuernde, Verjüngende

Sie ist im Besitz der Lebensfrucht und der immerwährenden Jugend. Als der Riese
Thiassi die Göttin entführte, begannen die Asen zu altern, weil ihnen der
goldene Äpfel fehlten. Die Götter beauftragten Loki, die Entführte wieder
heimzuholen; mit ihr kehrte auch die Jugend zu den Göttern zurück.
Jörd:
altisländisch Erde 
Nach der Snorra-Edda die Tochter und zugleich Gattin von Odin; sie gilt wie Fjörgyn
als Mutter Thors.
Jötun:
die früh Geborenen 
Bezeichnung für riesenhafte daimonische Wesen mit ungeheurer Kraft. Nach der Völuspa
sind sie „die früh Geborenen“, die beim Weltwerden schon vorhanden waren.
Die als Urzeitwesen weisen, aber den Göttern feindlichen Riesen wohnen in Jötunheimr,
im Riesenland“; einer der bekanntesten von ihnen ist Mimir. Die Unterscheidung
von den Thursen ist nicht immer klar.
Kvasir:
Personifikation eines Getränkes

Ein Wesen göttlicher Weisheit, Personifikation eines Getränkes. Kvasir soll
aus dem Speichel der Asen und Vannen entstanden sein, als diese einen Krieg
beendeten. Das nach seiner Ermordung mit Honig vermischte Blut wurde zum Met der
Skalden; jeder, der davon trinkt, soll zum Dichter werden.
Edur:
Erschaffer der Menschen 
Zusammen mit Hönir und Odin an der Erschaffung der Menschen beteiligt war.
Etymologisch versuchte man den Namen als der Lodernde zu erklären und stellte
ihn mit Loki gleich.
Loki: der
Luftige

Tricksterähnliche Gestalt; Vater mehrerer gottfeindlicher Mächte: Fenriswolf,
Hel und Midgardschlange. Als Stute soll Loki den Hengst Sleipnir geboren haben.
Auch sonst kann er sich in die verschiedensten Gestalten verwandeln, u.a. in
einer Lachs und in eine alte Frau. Er führt er die Ragnarök, den Weltuntergang
herbei. Wo Loki zusammen mit Odin auftritt, fungiert er als der listenreiche
Helfer der Götter, sonst ist er ihr Gegner, beschimpft sie aufs gröbste und
verursacht den Tod Balders. Zur Strafe wird er gefesselt; unter dem von einer
Schlange herabtropfenden Gift sich windend, bringt er die Erde zum Beben. Lokis
Gemahlin ist Sigyn.
Magni und Modi:
der Starke und der Zornige

Die Söhne von Thor, deren Name „der Starke“ und „der Zornige“ bedeuten
und damit eigentlich Personifikationen zweier hervorstechender Eigenschaften des
Donnergottes sind. Die beiden überleben den Weltuntergang und sind Erben von
Thors Hammer Mjölnir.
Mani:
Mondgott 
Sohn von Mundilferi und Bruder der Sonne. Mani lenkt das Mondgefährt am Himmel.
Beim Weltuntergang wird der Mond von einem Wolf verschlungen.
Midgardschlange

Daimonisches Wesen von riesenhafter Größe in der germanischen Mythologie, von
Loki abstammend. Sie liegt im Weltmeer rings um die als Scheibe gedachte Erde (Midgars).
Ihr Hauptgegner ist Thor, der vergeblich versucht, sie aus dem Ozean zu angeln.
Beim Weltuntergang töten Thor und die Midgardschlange sich gegenseitig.
Mimir:
Quelldaimon
Riesenhafter Daimon einer Quelle, deren Wasser höchste Weisheit verleiht. Der
Gott Odin verfändet ein Auge, um aus der Quelle trinken zu können. Nach einer
späteren Version fällt Mimir dem Streit zwischen Asen und Vanen zum Opfer,
doch Odin lässt das abgeschlagene Haupt des Riesen aufbewahren, um es von Zeit
zu Zeit befragen zu können.
Nidhöggr:
Neiddrache 
Leichenfressender Daimon in der nordischen Mythologie. Er ist ein
Unterweltsdrache, der ständig an einer Wurzel der Weltesche Yggdrasil nagt und
damit das ganze All bedroht. Nach einer Überlieferung haust er in der Quelle
Hvergelmir, wo er die Toten quält.
Njörd:
Gebieter über Wind, Meer und Feuer

Er stammt von den Vanan ab und lebt bis zum Weltende bei den Asen. Njörd
gebietet über Wind, Meer und Feuer. Er ist unermesslich reich, spendet den
Bauern Ernteglück und verhilft den Fischern zu einem guten Fischfang, hat also
eine Funktion eines Fruchtbarkeitsgottes. Besondere Verehrung genoss Njörd in
Westnorwegen als Meergott. Seine Kinder sind Freyr und Freya.
Nornen:
die Raunenden 
Schicksalsfrauen, die das Geschick der Menschen bereits bei seiner Geburt
bestimmen. Daneben haben sie wie die Disen geburtshelfende Funktion. Ursprünglich
scheint es eine Vielzahl von Nornen gegeben zu haben, bis schliesslich sich die
Dreizahl durchsetzte. In der Völuspa sind ihre Namen Urd, Verdandi und Skuld;
man deutet sie als die drei Zeitstufen: das Gewordene, das Seiende und das
Werdende. Der von den Nornen gesponnene Schicksalsfaden wird nur vereinzelt erwähnt.
Ihrem Wesen nach sind sie mit den Walküren end verwand.
Nott: Nacht
Tochter eines Riesen. Sie fährt mir einem Wagen über den Himmel, der
vorangehende Hengst Reitmähne betaut die Erde. Ihr Sohn ist Dag (Tag).
Odin (niederdeutsch
Wodan, oberdeutsch Wuitan): Oberste der Asen

Gemahl der Frigg. Er ist Gott des Krieges, Schirmherr der Helden und „Vater
der Toten“; seine Dinerinnen sind die Walküren. Wolf und Rabe sind die dem
Gott geweihten Tiere; zwei Raben, Hugin und Munin, raunen ihm ins Ohr, was sie
auf ihrem Flug durch die Welt gesehen haben. Der Namen Odin/Wodan hängt mit dem
Wort „Wut“ („Erregung“) zusammen. Wodan ist der Gott der Ekstase, des
Zubers und der Dichtkunst; um Weisheit zu erlangen, opfert er ein Auge. In Sagen
und Volksglauben tritt er als einäugiger Krieger mit Speer oder als Wanderer
mit Schlapphut und blauem Mantel auf. Ausserdem ist er auch Führer des Wilden
Heeres der dahinziehenden Seelen. Sein häufiger Gestaltwandel (u.a. Adler und
Schlange) und seine Vorlieben für Verkleidungen führen zu dem Beinahmen
Grimnir (der Mashierte). Andere kennzeichnende Beinahmen sind Yggr ( der
Schreckliche), Bölverkr (der Unruhestifter) und Hangagud oder Hangatyr (Hängegott)
im Hinblick auf die kultischen Menschenopfer wie auch auf Odins Selbstopfer, bei
dem er vom eigenen Speer verwundet am Weltenbaum Yggdrasil hängt. In
Nordwesteuropa und England ist der Mittwoch nach ihm benannt. IM Mythos wird
Odin beim Weltuntergang von Fenrir verschlungen.
Ostara / Estora:
Die Personifikation der aufsteigenden Sonne

Bezeichnet auch das Osterfest (Ostarun) Name und Funktion der Göttin sind
verwandt mit der griechisten Eos und der römischen Aurora; es ist die
Personifikation der aufsteigenden Sonne, von den Germanen nicht auf die
Tageszeit (Morgenröte), sondern auch die Jahreszeit (Frühling) übertragen.
Ungeklärt ist, ob die Göttin ihren Namen von dem Ostermonat (April) hat oder
umgekehrt.
Ran: Räuberin

Seewieb, Tochter der Aegir. Sie besitzt ein Netz, mit dem sie alle Ertrunkenen
auffischt. Später ist sie in Stellung einer Totengöttin hineingewachsen, die
über ein eigenes Totenreich herrscht.
Sigyn:
Gemahlin des Loki 
Loki wird wegen seiner Schuld an Balders Tod bestraft, in dem eine Giftschlange
über sein Haupt gehängt wird; das herabträufelnde Gift wird aber von der
treuen Gattin in einer Schüssel aufgefangen.
Sol: Sonne

Tochter des Mundilfei, Schwester des Mani. Ihr Gefährt wird von zwei Pferden
namens Arvakr (der Frühwache) und Alsvidr (der Allgeschwinde) über den Himmel
gezogen.
Surtr: der
Schwarze

Feuerriese; Gegner der Götter zur Zeit des Weltuntergangs. Er ist Herrscher über
Muspelheim und besitzt ein lohendes Schwert, mit dem er die Welt am Ende der
Zeiten in Brand setzen wird. Im letzten Kampf erschlägt er Freyr.
Wahrscheinlich dachte man sich Surtr mit den vulkanischen Feuermächten im
Erdinnern verbunden.
Thiassi (Thjazi):
Riese 
Vater der Skadi. Als Widersacher der Götter nimmt er die Gestalt eines Adlers
an; er wird von Thor getätet, sein e Augen werden als Sterne an den Himmel
geworfen.
Thor (Thunar, Donar):
Gewitter und Fruchtbarkeitsgott

Aus dem Geschlecht der Asen, Sohn Odins und der göttlich personifizierten Erde
Jörd): Er fährt in einem von zwei Böcken gezogenen Wagen und besitzt den
Wurfhammer Mjölnir. Die Edda bezeichnet ihn als stärksten aller Götter, der
diese wie auch die Menschen vor den daimonischen Riesen verteidigt. Zur Zeit
Ragnarök tötet er die Midgardschlange, geht aber nach seinem Sieg selbst
zugrunde. Von Thor erhofft man sich Segen bei der Eheschließung und Schutz des
Viehs und der Saaten. Der ihm geweihte Baum ist die Eiche. In der interpretatio
romana entspricht ihm Herkules oder Jupiter; unter den Wochentagen ist ihm er
Donnerstag zugeordnet. Des Gottes Söhne sind Magni und Modi.
Thursen:
Daimonische Wesen 
Riesenhafte daimonische Wesen, zottig und mit grossen Ohren. Sie können
Krankheiten verursachen und dem Menschen den Verstand verwirren. Im Mythos
reichen die Thursen bis in die Zeit des Weltanfangs zurück; der Weltriese Ymir
ist der Stammvater aller Hrimthursen, d.h. aller Frost- und Reifriesen.
Tyr (Tiwaz, Tiw, Ziu):
Kriegs- und Richtergott 
Etymologisch verwandt mit dem griechischen Zeus und dem altindischen Dyaus. Bei
den alten Germanen zunächst Himmelsgott, dann von Odin verdrängt. Schon die Römer
erklickten in Tyr einen Kriegsgott. Tyr war nicht nur Gott des Krieges, sondern
auch des Rechts; sein Speer ist sowohl Waffe als auch Zeichen der richterlichen
Gewalt. Seinen rechten Arm verlor er bei der Fesselung des Wolfes Fenrir; im
Ragnarög fällt er im Kampf gegen Garm.
Ull(r) (Wulthus):
Der Herrliche 
Er ist seht in enger Beziehung zur Rechtsordnung (Auf seine Ring wurden Eide
geschworen) und er wird im Zweikampf als Beschützer angerufen. Einerseits hat
er die Züge eines Wintergottes, andererseits steht er mit den Mächten der
Fruchtbarkeit in Verbindung.
Utgard-Loki:
Daimonischer Riese 
Ihm unterliegen selbst die Götter Loki und Thor im Wettkampf. Thor versucht
vergeblich des Riesen Amme (Personifikation des Alters) im Ringkampf zu besiegen
und seine Katze (die Midgardschlange) vom Boden zu heben.
Vali: Der Rächer

Sohn Odins und der Rind. Er war erst eine alt, als er den Tod Balders rächte
und dessen Mörder Hödur tötete.
Vanen (Wanen, Vanir):
Fruchbarkeitsgottheiten
Gruppe von Göttern zu ihnen gehören Freyr, Feya und Njörd. Der Streit der
Vanen mit den Asen (in dem sogenannten Vanenkrieg) und die drauf folgenden Aussöhnung
dürfen den Gegensatz zwischen Bauerntum und Kriegertum widerspiegeln. Die Vanen
kannten die Geschwisterehre und waren Meister des Zaubers.
Vidar:
Rachegott „Der weithin Herrschende“

Sohn Odins und der Riesentochter Gridr. Er ist der Rachegott, der Vergeltung übt
für den Tod Odins beim Weltuntergang, indem er den Fenriswolf besiegt. Zusammen
mit seinem Halbbruder Vali wird Vadar nach dem Ragnarök in der erneuerten Welt
herrschen.
Vili und Ve (Wili und
We): Wille und Heiligkeit

Sohne des Bor und Brüder Odins.
Die drei Brüder erschaffen aus den Körperteilen des von ihnen erschlagenen
Urriesen Ymir die Erde und aus seinem Blut das Meer.
Vor (Wara):
Die Vorsichtige 
Ihr sind die Eide heilig, weiter ist sie Hüterin der Ehe.
Walküren (Valkyrja):
Totenwählerin

Überirdische weibliche Wesen, die im Auftrag des germanischen Gottes Odin in
den Schlachtkampf eingreifen und die zum Tode bestimmten Helden (Einherjer) nach
Walhall, (der Totenhalle), bringt. An einzelnen Namen der Walküren erkennt man
die ursprüngliche Funktion von Naturgeistern, z.B. Wolkenthrut (Wolkenkraft)
oder Mist (Nebel). Erst in der Heldendichtung entsteht das vermenschlichte Bild
von der Schildmaid. Die Walküren sind ein Topos für das Eingreifen übernatürlicher
Mächte in den irdischen Kampf; von einzelnen wird erzählt, wie sie die am Tage
gefallenen Krieger des Nachts wieder zum Leben erweckt.
Ymir:
Urstoff der Welt

Er ist aus giftigem Eis- und Reifwasser entstanden. Ernährt hat er
sich von Milch der Urkuh Audhumla. Ymir wurde con den Göttern Odin, Vili und Ve
erschlagen; sein zerstückelter Körper diente als Urstoff bei der Weltschöpfung:
aus der Haut entstand die Erde, aus den Knochen die Felsen, aus seinem Blut das
Meer, aus den Haaren die Wolken und aus seinem Schädel der Himmel.